Endlich wieder Erdbeeren säen!

2015-04-10 17.08.01Nach den Schnellschüssen in den letzten Jahren konnte ich mich heuer zur Geduld durchringen: Die Aussaat der Erdbeersamen hatte ich mir für dieses sonnige Wochenende erst vorgenommen, anstatt sie schon im kalten, lichtlosen Februar auszusäen.

Die Erdbeeraussaat Ende Februar brachte den Pflänzchen zwar einen Zeitvorsprung von einigen Wochen, durch fehlendes Licht brachte das aber keinen Vorteil im Laufe des Jahres. Eher im Gegenteil: Die Februarpflänzchen waren im Sommer deutlich kleiner und schwächer als später gesäte Erdbeeren. An eine Ernte ist im ersten Jahr sowieso kaum zu denken, aber etwas größer hatte ich sie mir für die Überwinterung immer vorgestellt. Natürlich ließe sich mit künstlicher Beleuchtung nachhelfen. Aber schließlich bewege ich mich im Hobbybereich und nicht im Erwerbsanbau…

2015-04-10 17.10.28Als Samen habe ich mir dieses Jahr eine wirklich bunte Mischung herausgesucht: Bunte Erdbeeren, von weiß bis schwarz, auch gelb, blau, lila und grün soll dabei sein. Nun, wir werden sehen, ob das Versprechen zu halten ist. das Werbefoto sieht zumindest ziemlich fotogeshoppt aus (falls es dieses Wort geben sollte), aber ein bisschen Spaß muss sein.

2015-04-10 17.07.54Also los gings: Standesgemäß nutze ich dieses Jahr einen kleinen Blumenkasten anstatt einer Saatschale. Er erfüllt aber den gleichen Zweck. Gefüllt mit Anzuchterde und etwas vorgewässert war er bereit für die Aussaat der Erdbeeren.

2015-04-10 17.11.102015-04-10 17.11.57Die Nüsschen waren in einer Kunststofftüte verpackt, was nciht ganz optimal ist: Eine Papiertüte wäre besser gewesen. Nachdem sie Nüsschen (Samen) aus der Verpackung geholt waren, habe ich sie einzeln gleichmäßig auf die etwas angedrückte Erde gelegt. Die Samen dürfen nicht eingegraben werden, da Erdbeeren zum Keimen etwas Licht benötigen.

Anschließend habe ich mit einer Wäschespritze das erste Mal gegossen. Mit einer normalen Gießkanne würden alle Samen wieder von ihrem Platz weggeschwemmt werden. Das wäre schade, nachdem ich jeden einzelnen Erdbeersamen mühsam an seinen Platz gelegt habe.
Der Topf steh noch innen am Fenster, damit die Bodentemperatur nicht unter 15/16°C fällt.
Wenn die Saatschale oder der Topf in einer Umgebung mit geringer Luftfeuchtigkeit steht oder man sie nicht zwei Mal am Tag befeuchten kann, dann sollte die Schale mit einem weißen Papier abgedeckt werden, damit die Samen nicht austrocknen.

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Samen gewinnen

Jetzt im Herbst ist es nach der Ernte wieder an der Zeit an die Zukunft zu denken. Natürlich kann man seine Sämereien jedes Frühjahr einfach kaufen, aber es macht doch Freude, seine Pflanzen aus den selbst gewonnenen Samen hervorsprießen zu sehen.Erdbeerpflanze aus der Dose, Erdbeere, Erdbeersamen
Besonders wenn man eine Pflanze hat, die auf dem eigenen Balkon oder im eigenen Garten im Beet besnders gut gedeiht, lohnt es sich, diese zu vermehren: Ist sie doch offenbar besonders gut an das Mikroklima und die örtlichen Gegebenheiten angepasst.

Vorsicht Hybride!

Ein kleiner Wermutstropfen dabei ist allerdings, dass nicht jede Pflanze so einfach vermehrt werden kann und die gewünschtes Eigenschaften auch noch in der Folgegeneration behält. Gerade die Pflanzen mit den besonders großen Früchten sind oft Hybridsorten. Sie werden mit dem Zusatz Hybridsorte oder teilweise auch F1-Genreation oder nur F1 verkauft.  Gewinnt man aus solchen Pflanzen Samen, dann entsprechen die Eigenschaften der Tochterpflanzen meist nicht denen der gewählten Elternpflanze.

Samenfeste Sorten

Es gibt neben den oben genannten Hybridsorten aber auch viele samenfeste Sorten, die teilweise schon recht alt sind. Samenfeste Sorten können grundsätzlich jedes Jahr aus Samen vermehrt werden. Durch die Auswahl der Pflanzen, aus denen die Samen gewonnen werden, werden die Pflanzen immer besser an den Lebensraum vor Ort angepasst.

Einfachste Samengewinnung

Manche Sorten lassen sich sehr einfach selbst aus Samen vermehren: Rucola, Spinat, Ringelblumen, Sonneblumen, Kapuzinerkresse, Schnittlauch oder etwa Dill erledigen die meiste Arbeit selbst: Die Samen werden nachdem sie etwas an der Pflanze getrocknet sind einfach in ein Tütchen gefüllt. Das Problem ist hier eher, eine ungewünschte Ausbreitung zu verhindern: Dazu einfach Blütenstände frühzeitig komplett oder bis auf einzelne Blüten abschneiden.

Unkomplizierte Samengewinnung:

Die Samen von Tomaten, Bohnen, Erdbeeren, Bohnen oder Mohn lassen sich recht einfach sammeln und aufbewahren: 404 Not Found

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Bohnen
die zur Vemehrung bestimmt sind, bleiben so lange an der Pflanze bis die Schote getrocknet ist. Samen herausnehmen, zwei Monate in den Gefrierschrank und dann Samen in Tütchen aufbewahren.
Bei Tomaten gibt man das Fruchtfleisch in Wasser und fischt nach zwei Tagen die Samen heraus und trocknet sie auf Papier.
Über die Samengewinnung bei Erdbeeren habe ich mich hier schon beinahe episch ausgelassen. Kurz gefasst: Erdbeere trocknen, Nüsschen mit einer Pinzette sammeln und trocken lagern.
Mohn bildet nach der Blüte Samenstände, die nur trocken werden müssen. Dann kann man die Samen daraus einfach herausstreuen.

Samengewinnung für Fortgeschrittene

Karotten, Mangold, oder Rote Beete sind nur unter Anstrengungen sortenrein zu vermehren. Daher rate ich hier, das Angebot aus der Gärtnerei oder dem Raiffeisenmarkt zu nutzen. Vielleicht wird dieser Bereich in einigen Jahren auch hier einen Platz finden, bis dahin wende ich mich an die Samenlieferanten meines Vertrauens…

Erdbeersamen 2013

Samen lagern

Wer mühsam Samen gewonnen hat, will diese nicht durch Schimmel oder Schädlinge verlieren. Kurz gefasst: Samen müssen trocken, kühl und dunkel aufbewahrt werden. Wie man Samen lagert wird in Artikel Samen aufbewahren genau erklärt. Aber nicht vergessen, Sorte und Jahr auf die Samentüte zu schreiben!