Die Eigenvermehrung von Erdbeerpflanzen bietet sich an, wenn man schon über einige ertragreiche Pflanzen verfügt.
Vorsicht: Sortengeschützte Erdbeeren können, dürfen aber nicht selbst vermehrt werden! Sortengeschützte Sorten dürfen nicht kommerziell vermehrt werden.
Wie vermehrt man Erdbeeren?
Erdbeerpflanzen bilden im Sommer oberirdische Ranken, an denen Erdbeerableger wachsen. Wenn diese auf dem Boden aufliegen, wachsen die sich bildenden Wurzel in den Boden und eine neue Erdbeerpflanze ist entstanden.
Der Ableger auf dem Foto ist relativ kurz. Üblicherweise können die Ranken durchaus 50cm und länger werden.
Diese Rankenbildung und das Hervorbringen der neuen Pflanzen kostet die Mutterpflanze viel Kraft. Deren Ertrag ist dadurch niedriger. Pflanzen, von denen man viele Erdbeeren erntet möchte, schneidet man diese Ranken daher regelmäßig und früh ab.
Wie führt man die Eigenvermehrung durch?
Zur Eigenvermehrung sucht man sich im Mai/Juni geeignete Mutterpflanzen aus. Geeignet dafür sind reich blühende Erdbeerpflanzen, da diese in der Regel aus reich blühende und somit ertragreiche Nachkommen hat. Diese Pflanzen werden mit einem Stock oder Ähnlichem markiert.
Möglichkeit 1
Im Sommer werden die Ausläufer der Erdbeerpflanze bei beginnender Wurzelbildung abgeschnitten (nicht gerissen!) und in Töpfe mit Anzuchterde gepflanzt.
Möglichkeit 2
Man wartet, bis die Ausläuferpflanzen in der Erde verwuzelt sind. Dann gräbt man sie vorsichtig aus und setzt sie an den gewünchten Platz.


23. Juni 2010 um 01:22 Uhr
Zum folgenden Satz könnte ich einen Roman schreiben!
> Sortengeschützte Erdbeeren können, dürfen aber nicht selbst vermehrt werden!
Ob er nach heutigem deutschen Rechtsverständnis stimmt, ist (soweit ich weiß) immer noch höchst umstritten. Zumindest sagt mir mein bäuerlich geprägtes Rechtsverständnis, dass das Landwirteprivileg in unserem Garten weiterhin gültig ist!
Naja, bei unseren Erdbeeren ist das sowieso wurscht, der Sortenschutz für unsere Senga Sengana hat wohl längst das Zeitliche gesegnet. Die haben wir selbst schon seit fast 25 Jahren
23. Juni 2010 um 13:48 Uhr
Hallo Heiner,
ich hab mir lang überlegt, ob ich diesen Satz überhaupt in den Artikel schreibe.
Ich kann mir ebenafalls nicht vorstellen, dass er in unseren Gärten eine maßgebliche Rolle spielt.
Aber auch das Landwirteprivileg sieht eine “Entschädigung” an den Rechteinhaber vor (zumindest in Deutschland, noch).
Um das umfassend zu beurteilen fehlt mir der juristische Sachverstand – solange mir der fehlt, muss ich mich auf den gesunden Menschenverstand verlassen – und da gehe ich mit dir d’accord.
23. Juni 2010 um 15:46 Uhr
Jo, mir fehlt natürlich ebenfalls der juristische Sachverstand. Trotzdem verstehe ich einfach nicht, warum wir wieder einmal Vorreiter dabei sind, unsere eigenen Traditionen über den Haufen zu werfen. Und die Tatsache, dass es ein Jahrtausende altes Recht der Bauern ist, ihr eigenes Saatgut auszusäen, steht wohl außer Frage.
Hier in Deutschland ist so eine restriktive Sortenschutz-Regelung einfach nur höchst ärgerlich. Für Kleinbauern in Entwicklungsländern kann sie dagegen der erste Schritt in eine existenzbedrohende Abhängigkeit sein. Und diese Länder beginnen gerade, ihr Sortenschutzrecht auf Druck der Saatgutindustrie an unseres anzupassen.
2. Juli 2010 um 08:34 Uhr
Ich habe beim Bundessortenamt mal angefragt, was Sache ist. . Zumindest was die Paragraphen sagen…
23. Juni 2010 um 17:22 Uhr
Sind diese Erdbeeren dann zölibatär?
Denn: Sie könnten sich fortpflanzen, dürfen aber nicht.
23. Juni 2010 um 20:17 Uhr
was es nicht alles gibt…
23. Juni 2010 um 21:38 Uhr
Hat jemand Erfahrung mit Teilung von Erdbeeren? Bei der BBC haben sie das mal empfohlen, aber sonst liest man davon eher selten. Genetisch müssten ja Ableger und Teilpflanzen mit der Mutterpflanze identisch sein…
30. Juni 2010 um 15:30 Uhr
“Teilung von Erdbeeren” sagt mir nichts. Ich weiß, dass geteilte Früchte bei Frostschaden entstehen können, aber das ist sicher nicht das, was du meintest…
Ansonsten: Ja, Ableger sind natürliche Klone, sie haben die gleichen Gene wie die Mutterpflanze. Deshalb wählt man auch eine kräftige, stark blütentragende Pflanze als Mutterpflanze aus: Die guten Eigenschaften sollten auch in den Tochterpflanzen vorhanden sein.
1. Juli 2010 um 10:28 Uhr
Naja, wenn man die Pflanze direkt teilt. Die meisten, besonders die älteren haben ja mehrere Triebe, die meistens auch alle schon Wurzeln haben. Das wäre nämlich eine Supermethode, um die alten Pflanzen, zu verwerten und man könnte die Ableger immer schön abschneiden, damit mehr Kraft in die Früchte geht..
Ich habe im April mal eine Pflanze geteilt und die beiden Abkömmlinge blühen jetzt schon.
1. Juli 2010 um 14:24 Uhr
Ah! Das kannte ich bisher nur von Stauden. aber du hast recht, Erdbeeren sind ja mehrtriebig, da müsste das auch gehen.
Meines Wissens ist ein günstiger Zeitpunkt dazu nach der Blüte, aber bei dir hats ja auch vorher geklappt.
Ich schätze aber, dass man wenig darüber liest, weil die Vermehrung durch die Ausläufer schon so problemlos ist, dass man auf das Ausgraben und teilen der Erdbeerpflanzen verzichtet – aber das ist nur eine Vermutung.
Danke für den Hinweis zu dieser Methode, ich werde mal nachlesen, ob ich irgendwo etwas dazu finde – mit Erfahrungen dazu kann ich leider nicht dienen…
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