Blumenerde kaufen

Heute war der Plan, Blumenerde einzukaufen. Allerdings kann man vor der ungeheuren Vielfalt des Angebot fast kapitulieren. Welche der 20 Sorten soll es denn sein?

Für mich der Anlass, einen kleinen Überblick über das Angebot an Blumenerde zu geben.

Auf den ersten Blick scheint es seltsam, dass Blumenerde einmal 0,99€ pro Sack kostet, direkt daneben aber Pflanzerde für 7,99, 8,99 und 9,99 der 20l Sack zu finden ist! Wie kommt es denn zu solchen Preisunterschieden bei Blumenerde?

Zum einen liegt das an der Herstellung. Wird per ökologisch sehr bedenklichen Torfabbau gewonnen, entstehen fast nur die Transportkosten. Wird schlecht aufbereitetes Recyclingmaterial verwendet, ist das ökologisch zwar günstiger, eine gute ERde hat man aber dennoch nicht.

Welche Kriterien spielen denn eine Rolle bei der Bewertung von Blumenerde?

Aussehen: Schon am Aussehen kann der Kundige erkennen, wie es um die weiter unten aufgeführten Eigenschaften aussieht: Sieht die Blumenerde sehr trocken aus, ist dies ein Nachteil, ebenso wenn noch unverrottete Holzstücke oder andere Pflanzenfasern zu sehen sind. Eine dunkle Farbe spricht für eine nährstoffhaltige Erde.

Geruch: Auch der Geruch bietet Hinweise auf die Qualität: Ein muffiger, schimmeliger Geruch ist stets ein Ausschlusskriterium. Der Geruch nach Waldboden hingegen spricht für die Blumenerde.

Konsistenz: Die Erde muss gut durch die Hände rieseln, locker und luftig sein. Eine verklumpte und verklebte Erde ist nicht förderlich für das Pflanzenwachstum.

Wasseraufnahmefähigkeit/Wasserabgabefähigkeit: In beiden Disziplinen muss die Erde gut sein. Das Wasser eines starken Regengusses muss schnell ablaufen können, damit keine Staunässe entsteht. Insbesondere bei Erdbeeren spielt das eine große Rolle. Aber ebenfalls muss so viel Feuchtigkeit gehalten werden, dass die Erde nicht zu schnell austrocknet. Man kann diese Eigenschaften über Versuche ermitteln oder durch Aussehen und Konsistenz darauf Rückschlüsse ziehen.

Nährstoffgehalt: Der Nährstoffgehalt einer Blumenerde ist nur durch chemische Tests zu ermitteln. Daher ist üblicherweise der Nährstoffgehalt Von Stickstoff, Phosphat und Kalium angegeben. Düngerzugaben bei Blumenerden sind aber üblich und zumindest für das erste Jahr darf man davon ausgehen, dass die Erde ausreichend Nährstoffe in sich trägt. Je nach Pflanzensorte muss der ambitionierte Hobbygärtner natürlich nach einiger Zeit nachdüngen.

Förderung des Pflanzenwachstums: Auch diese Eigenschaft kann nur durch den VErsuch ermittelt werden. Sind aber zu oben angeführten Eigenschaften aureichend, ist davon auszugehen, dass die Pflanze in dieser ERde auch ordentlich wachsen kann.

Vorgesehener Verwendungszweck: Hier gibt es nun unzählige Varianten der Blumenerde: Pflanzerde, Graberde, Orchideenerde, Kakteenerde, Anzuchterde oder Rhododendronerde. Sie unterscheiden sich in der Fähigkeit, Wasser abzuleiten, der Rieselfähigkeit, Sandgehalt oder im Nährstoffgehalt.

Der Preis der Blumenerde:

Billige Blumenerde wird häufig durch Raubbau an Torf bezahlt. Eine Umweltkatastrophe, da der Torf Tausende Jahre benötigte, bis er sich gebildet hat. Wie bei allem ist es auch bei der Blumenerde so, das Qualität ihren Preis hat. Aber es muss auch nicht die teuerste Erde sein. Verschiedene Tests und Ratgeber geben Auskunft darüber, welche Blumenerde zu empfehlen ist:

Blumenerdetest bei test.de
Blumenerde aus dem Baumarkt im Test beim NDR
Blumenerde im Test beim WDR

 Fazit:

  1. Verwende Blumenerde, die zum Einsatzzweck passt.
  2. NEIN: zu viel unverrottete Biomasse, zu hoher Rindenanteil, Holzfaser, verklebte oder klumpige Erde, ökologisch bedenklicher Torf.
  3. JA: Dunke Farbe, lockerer, luftiger Griff, waldiger Geruch, ausgewogener Nährstoffgehalt.

 

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