Samen gewinnen

Jetzt im Herbst ist es nach der Ernte wieder an der Zeit an die Zukunft zu denken. Natürlich kann man seine Sämereien jedes Frühjahr einfach kaufen, aber es macht doch Freude, seine Pflanzen aus den selbst gewonnenen Samen hervorsprießen zu sehen.Erdbeerpflanze aus der Dose, Erdbeere, Erdbeersamen
Besonders wenn man eine Pflanze hat, die auf dem eigenen Balkon oder im eigenen Garten im Beet besnders gut gedeiht, lohnt es sich, diese zu vermehren: Ist sie doch offenbar besonders gut an das Mikroklima und die örtlichen Gegebenheiten angepasst.

Vorsicht Hybride!

Ein kleiner Wermutstropfen dabei ist allerdings, dass nicht jede Pflanze so einfach vermehrt werden kann und die gewünschtes Eigenschaften auch noch in der Folgegeneration behält. Gerade die Pflanzen mit den besonders großen Früchten sind oft Hybridsorten. Sie werden mit dem Zusatz Hybridsorte oder teilweise auch F1-Genreation oder nur F1 verkauft.  Gewinnt man aus solchen Pflanzen Samen, dann entsprechen die Eigenschaften der Tochterpflanzen meist nicht denen der gewählten Elternpflanze.

Samenfeste Sorten

Es gibt neben den oben genannten Hybridsorten aber auch viele samenfeste Sorten, die teilweise schon recht alt sind. Samenfeste Sorten können grundsätzlich jedes Jahr aus Samen vermehrt werden. Durch die Auswahl der Pflanzen, aus denen die Samen gewonnen werden, werden die Pflanzen immer besser an den Lebensraum vor Ort angepasst.

Einfachste Samengewinnung

Manche Sorten lassen sich sehr einfach selbst aus Samen vermehren: Rucola, Spinat, Ringelblumen, Sonneblumen, Kapuzinerkresse, Schnittlauch oder etwa Dill erledigen die meiste Arbeit selbst: Die Samen werden nachdem sie etwas an der Pflanze getrocknet sind einfach in ein Tütchen gefüllt. Das Problem ist hier eher, eine ungewünschte Ausbreitung zu verhindern: Dazu einfach Blütenstände frühzeitig komplett oder bis auf einzelne Blüten abschneiden.

Unkomplizierte Samengewinnung:

Die Samen von Tomaten, Bohnen, Erdbeeren, Bohnen oder Mohn lassen sich recht einfach sammeln und aufbewahren:Bohnen die zur Vemehrung bestimmt sind, bleiben so lange an der Pflanze bis die Schote getrocknet ist. Samen herausnehmen, zwei Monate in den Gefrierschrank und dann Samen in Tütchen aufbewahren.
Bei Tomaten gibt man das Fruchtfleisch in Wasser und fischt nach zwei Tagen die Samen heraus und trocknet sie auf Papier.
Über die Samengewinnung bei Erdbeeren habe ich mich hier schon beinahe episch ausgelassen. Kurz gefasst: Erdbeere trocknen, Nüsschen mit einer Pinzette sammeln und trocken lagern.
Mohn bildet nach der Blüte Samenstände, die nur trocken werden müssen. Dann kann man die Samen daraus einfach herausstreuen.

Samengewinnung für Fortgeschrittene

Karotten, Mangold, oder Rote Beete sind nur unter Anstrengungen sortenrein zu vermehren. Daher rate ich hier, das Angebot aus der Gärtnerei oder dem Raiffeisenmarkt zu nutzen. Vielleicht wird dieser Bereich in einigen Jahren auch hier einen Platz finden, bis dahin wende ich mich an die Samenlieferanten meines Vertrauens…

Erdbeersamen 2013

Samen lagern

Wer mühsam Samen gewonnen hat, will diese nicht durch Schimmel oder Schädlinge verlieren. Kurz gefasst: Samen müssen trocken, kühl und dunkel aufbewahrt werden. Wie man Samen lagert wird in Artikel Samen aufbewahren genau erklärt. Aber nicht vergessen, Sorte und Jahr auf die Samentüte zu schreiben!

 

 

Aufbewahrung von Samen

So bewahrt man Erdbeersamen, aber auch die Samen anderer Pflanzen, etwa von Tomaten, Gurken, Chili, Kürbis, verschiedene Blumen,… auf:
Pflanzensamen werden üblicherweise in kleinen Papiertüten verkauft. In diesen lassen sie sich auch am besten lagern. Die Tütchen kommen in eine Pappschachtel mit Deckel (Damit es dunkel bleibt) und verbringen ihre Zeit an einem kühlen, aber nicht frostigen, gleichzeitig jedoch trockenem Ort. Bei mir ist das der Kellerabgang im Haus, es könnte aer auch eine Stelle im Schuppen, Keller oder in einer Speisekammer sein.
Eine Stelle draußen, also etwa auf der Terasse, Balkon oder dergleichen eignet sich nicht: Die Samen könnten feucht werden, Frost erfahren oder von Tieren entdeckt werden.

Dasselbe gilt auch für Samen, die man selbst gewonnen hat. Bei Erdbeeren geht das so: Erdbeersamen selbst gewinnen.

Erdbeeren aus der Dose II

Granulatkotze
PS: Der Spieler auf dem Fußballsticker am linken oberen Bildrand ist Köpke...

Es sieht so aus, als ob jemand über meine Steckdosenleiste gekotzt hätte. Was war geschehen?

Die blöde Erdbeere aus der Dose ist vom Fensterbrett gefallen und das widerliche Granulat hat sich überall hin verteilt.

Seis drum, Zeus sei Dank hat sich in der ganzen Pampe ein weiteres Tütchen Erdbeersamen gefunden!

Flugs die restliche Granulatpampe eingesammelt und der Versuch kann weiter gehen. Hooray for Erdbeerdose.

Erdbeeren aus der Dose

Gemeint sind nicht Konservenerdbeeren, sondern Erdbeerpflanzen, die direkt aus der Dose wachsen. Pflanzen aus der Erdbeerpflanze aus der Dose, ErdbeereDose gibt es mittlerweile zuhauf, meistens handelt es sich um nicht mehr als eine Art Unkraut aus der Dose 😉

Nun denn, Erdbeeren haben bei mir seit jeher einen Stein im Brett, ich will es also versuchen.

Gemeinerweise ist keine Anleitung dabei, die einzige Anweisung steht auf der Dosenunterseite: „Remove for drainage“. Mir erschien es zudem sinnvoll, das Substrat zu gießen… Hätte ich nicht von der Schenkerin einen Hinweis erhalten wäre es das dann aber gewesen: Denn im Substrat befindet sich eine Plastiktüte, aus der die Erdbeersamen erst entnommen werden müssen.

So geschafft, jetzt heißt es warten.

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Ich hoffe, die Erdbeerpflänzchen aus den Samen werden deutlich schneller groß als der „Weihnachtsbaum aus der Dose“, der seit ewigen Zeiten vor sich hin vegetiert, und deutlich besser als Erdbeeres (nichts für ungut 😉 ) Unkraut aus der Dose

Erdbeeren aus Samen ziehen II

Das Angebot von Erdbeerpflanzen in Gärtnereien, auf Märkten und im Internet ist sehr groß und deckt sehr viele Sorten ab. Mancher möchte aber dennoch komplett eigene Erdbeeren und will daher Erdbeerpflanzen aus Samen ziehen. Schließlich besteht bei Haltung innen oder im Gewächshaus die Möglichkeit, auch außerhalb der Saison eigene und biologische Erdbeeren zu ernten.
Zudem können Monatserdbeeren nur durch Aussaat vermehrt werden, da sie keine Ausläufer bilden.

Wie Samen für Erdbeeren gewonnen werden können, habe ich bereits im Februar geschrieben.

Heute geht es aber nicht um die Samengewinnung, sondern darum, die Erdbeerpflanzen zu sähen und groß zu ziehen.

Die Aussaatzeit ist je nach Sorte oder nach Erntezeitwunsch unterschiedlich: Zwischen Januar und September kann nach meiner Erfahrung gesät werden. Wenn die Pflanzen nach dem pikieren ins Freie gepflanzt werden, solle bis März gesät sein, sonst kann meist erst im Folgejahr geerntet werden.

Anzucht
Keine Erdbeeren, nur Gurken, Vanille und einige Blumen, aber das Prinzip ist das selbe.

Die Saat erfolgt möglichst in Saatschalen oder kleinen Blumentöpfen. Ich habe gute Erfahrungen mit lockerer bis leicht angedrückter Anzuchterde gemacht. Die Samen werden dann leicht mit gesiebter Erde bedeckt und immer feucht gehalten. Vorsicht: Manche Sorten sind Lichtkeimer (z.B. Fresca). Diese werden nur in die feuchte Erde angedrückt und mit einem Papier (dünnes weißes Küchenpapier oder unparfümiertes Toilettenpapier) bedeckt.

Nach 2-6 Wochen Keimdauer darf man sich auf die ersten Pflänzchen freuen.

Die Temperatur der Erde ist für einige Sorten von Bedeutung: Mindestens 16-18°C sollten es schon sein.

Pikieren: Nachdem die Plänzchen etwas größer sind und beginnen, sich gegenseitig den Platz wegzunehmen werden sie ausgepflanzt und in eigene eine Töpfe gesetzt. Wenn die Erdbeeren gleich in ein Beet ins Freie gepflanzt werden, muss der artspezifische Pflanzabstand gleich eingehalten werden: Je nach Sorte sind das 10-30cm Abstand.

Einige Sorten mögen es, wenn nach dem Auspflanzen schnell nachgedüngt wird. Das muss meines Erachtens aber nicht unbedingt sein.

Wer das nochmals nachlesen will, sei auf mein Ebook „Erdbeeren selber säen“ verwiesen.

Viel Erfolg!

 

Erdbeeren aus Samen ziehen I

Erdbeeren kann man aus Samen leicht selbst ziehen. Der Februar ist dazu der geeignete Zeitpunkt.

Im Fachhandel sind Erdbeersamen leicht zu bekommen beziehungsweise problemlos online zu ordern. Man sät diese dann in Anzuchterde vorzugsweise in Blumentöpfe ein. Nach einer Keimzeit von 2-7 Wochen strecken die ersten Pflänzchen ihre Stengel aus der Erde. Wenn die Erdbeerpflänzchen groß genug zum Pikieren sind, sollte jede Erdbeere ihren eigenen Topf bekommen.

Erdbeersamen „selbst gemacht“: Üblicherweise werden Erdbeeren zur Ableger vermehrt. Experimentierfreudige können aber Samen „selbst herstellen“. Dazu nimmt man eine getrocknete Erdbeere und sammelt die „Punkte“ außen ein. Bei diesen je nach Größe und Sorte 150 – 300 Punkten handelt es nämlich um die Nüsse beziehungsweise „Samen“ der Erdbeere. Diese können eingepflanzt werden und entwickeln sich zu Erdbeerpflanzen.

Nachtrag 20.05.2010: Wer Erdbeersamen hat, will auch sähen: So gehts…